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»Ich hasse KI«

                  |  Tex Vienix

Ja, wirklich. Für mich steht sie auf einer Stufe mit Waffen und Krieg. Ich glaube nicht daran, dass sie den Schaden, den sie anrichtet, irgendwann aufwiegen kann. Dazu müsste sie aus meiner Sicht mehr tun, als uns Bequemlichkeit zu schenken oder Prozesse zu beschleunigen. Sie müsste globale Katastrophen abwenden. Krieg. Hunger. Leid. Nur um drei Begriffe in den Raum zu werfen. So etwas eben. Solange ich das nicht erlebt habe, bleibe ich bei meinem Standpunkt: Ich hasse künstliche Intelligenz.

»Mir war es wichtig, dies einmal klarzustellen.«

Ich glaube schlicht, dass es, ganz gleich, wie gut sie jemals werden könnte, immer Menschen geben wird, die sie missbrauchen und das Schlechteste aus ihr herausholen. In unserer Welt genügt ein einziger Fingerzug, um Leben auszulöschen. Doch gibt es keinen Knopf, der es zurückholt. Genau deshalb bin ich überzeugt, dass wir ohne all das besser dran wären.

Nichtsdestotrotz sind diese Dinge da. Die Büchse wurde geöffnet, und nun müssen wir mit dem umgehen, was daraus entweicht.

Mir war es wichtig, dies einmal klarzustellen. Aber keine Sorge, auch wenn es mich belastet, wie ihr etwa in meiner kostenlosen Ballade ›Pax Salama‹ lesen könnt, werde ich nachfolgend und grundsätzlich versuchen, solche Dinge aus meinem Autorenkosmos herauszuhalten.

Deshalb beschränke ich mich nun auch auf das, was uns tatsächlich berührt.

Es bringt nichts, sich dumm zu stellen. Ich bin Autor, in erster Linie Fantasy-Autor. Es gibt schließlich einen Grund, warum ich lieber über Welten mit Schwertern und Magie schreibe. Ich hasse diesen ganzen Technikkram. Wir brauchen das meiste davon viel weniger, als man uns glauben machen will. Würde es unsere Zeit anders diktieren, hätte ich vermutlich genauso viel Freude daran, meine Bücher mit Tinte auf Papier zu schreiben. Nun denn … die Welt ist, wie sie ist.

Ich vergleiche das gern mit meinem Job, also nicht mit dem Schreiben, sondern mit der Arbeit, die all das nebenbei finanziert. Wer meine Vita gelesen hat, weiß, dass ich jeden Tag mit dem LKW quer durch Deutschland fahre, um Güter von A nach B zu bringen. Dieser Job würde mir mehr Freude machen, wenn ich die Waren mit einer Kutsche und zwei Pferden transportieren könnte. Aber was meint ihr wohl – würde mich unter diesem Standpunkt irgendein Spediteur einstellen? Wohl kaum …

»Wir müssen mit dem arbeiten, was da ist, und versuchen, das Beste daraus zu machen.«

Darauf will ich hinaus. Wir müssen mit dem arbeiten, was da ist, und versuchen, das Beste daraus zu machen. Wir dürfen nicht so verblendet sein, so festgetreten in der eigenen Meinung, dass wir gegen eine Flut anschwimmen, der wir nichts entgegensetzen können, nur um am Ende in ihr unterzugehen.

Ja, bei all dem Schlechten hält Künstliche Intelligenz auch vieles bereit, das nützlich ist. Vor allem aber ist sie mittlerweile allgegenwärtig und kaum noch zu umgehen. Und ja, auch ich nutze sie inzwischen, weil es notwendig geworden ist, um nicht auf der Strecke zurückzubleiben. Sie hilft mir bei Recherchen oder dann, wenn irgendwo mal ein technisches Problem sitzt und ich nicht weiterkomme. Außerdem kann ich mit ihr Dinge erstellen, die ich ohne sie nicht zustande bekäme, schlicht und kompromisslos. Damit meine ich vor allem Komponenten fürs Marketing, etwa Bilder auf meiner Website oder einzelne Szenen in meinem Trailer.

Manche Stimmen mögen jetzt aufschreien: Aber das könnten Menschen auch machen. Ja, sicher. Bestimmt. Aber ich könnte es nicht bezahlen. Genau darin liegt die schlichte Wahrheit. Ohne KI gäbe es dieses ganze ›Bonusmaterial‹ bei mir nicht. Ich hätte weder die Mittel noch die Möglichkeiten, es bereitzustellen. Und nein, man lernt auch nicht mal eben so, Illustrationen zu zeichnen. Dafür braucht es Leidenschaft, Hingabe und Talent. So sicher ich mit Worten bin, so unerquicklich bin ich mit dem Malstift. Singen kann ich ebenso wenig. So ist es nun einmal. Jeder Mensch trägt Stärken und Schwächen mit sich herum. Beides gehört zu uns, und beides muss man anerkennen.

»Das Schreiben ist meine Leidenschaft, mein Handwerk und mein Kern.«

Darum sage ich es jetzt unmissverständlich:

Ihr werdet in meinem Shop niemals KI-Bilder als Poster, Karten oder ähnliche Produkte zum Kauf finden. Die Illustrationen, die dort erscheinen, sind handgemacht. Solange es menschliche Lektor:innen gibt, wird keines meiner Bücher ohne ein ordentliches Lektorat an die Öffentlichkeit treten. Das Schreiben ist meine Leidenschaft, mein Handwerk und mein Kern. Ich lasse mir von KI helfen, wo sie Werkzeug bleibt. Aber meine Geschichten gehören nicht ihr.