Eisarion wird neu geordnet
Was sich ändert und warum
Liebe Community, liebe Leserinnen und Leser,
hinter den Kulissen hat sich einiges getan. Heute möchte ich euch erzählen, warum ich meine bisherige Veröffentlichung neu denke, was mich zu dieser Entscheidung gebracht hat und wie es mit Eisarion nun weitergeht.
Vorweg: Worum es überhaupt geht
Bevor ich im Detail erkläre, warum ich die Veröffentlichung von »Eisarion« neu ordne, möchte ich kurz einräumen, was sich überhaupt ändert: Aus dem bisherigen Auftakt wird künftig zusätzlich eine Taschenbuchreihe unter der neuen Dachmarke »Die unmöglichen Tagebücher von Cainan Pengrayven« hervorgehen.
Wichtig ist dabei: »Der Sohn des Feuers« und die kommenden »Cainan-Tagebücher« stehen nicht für eine bessere und eine schlechtere Version derselben Geschichte. Sie stehen für zwei unterschiedliche Leseformen.
Der Sammelband »Der Sohn des Feuers« bleibt weiterhin die klare, gebündelte Gesamtfassung des ersten Abschnitts und ist ein eigenständiger Roman mit schlüssigem Ende. Inhaltlich umfasst er die ersten beiden Tagebücher. Wer später in der Taschenbuchreihe weiterlesen möchte, kann danach direkt mit Band 3 anschließen.
Die »Cainan-Tagebücher« erzählen dieselbe Geschichte in handlicheren Einzelbänden, näher an Cainan, zugänglicher im Format und klarer auf die Struktur der Reihe ausgerichtet. Unter diesem Namen wird die Geschichte künftig als fortlaufende Taschenbuchreihe erscheinen. »Eisarion« bleibt die Sammelband-Reihe, in der die »Cainan-Tagebücher« gebündelt erscheinen.
Es geht also nicht darum, eine bisherige Ausgabe zu ersetzen oder abzuwerten. Es geht darum, »Eisarion« künftig in zwei gleichwertigen Formen zugänglich zu machen: als gebündelten Romanband und als fortlaufende Tagebuchreihe. Warum ich diesen Schritt gehe, was sich konkret ändert und wie die neue Ordnung genau aussieht, erkläre ich im Folgenden.
Ein kurzer Blick zurück
Um einen Bogen zu schlagen, muss ich zunächst ein wenig ausholen und euch einen kleinen Exkurs durch meine eigene Chronologie zumuten:
Als ich um die Jahrzehntewende, also 2019 und 2020, begann, meine erste große Saga zu schreiben, und recht bald auch mein erstes Buch fertiggestellt hatte, wusste ich noch nicht, wohin mich dieser Weg einmal führen würde. Ich war einfach ein Kerl, der nach der Arbeit an seinen Geschichten saß, weil er Freude daran hatte. Ich dachte nicht an Veröffentlichungen. Ich fragte mich nicht, ob das je jemand lesen würde. Mein Plan war denkbar schlicht: Schreib erst einmal alles fertig. Und danach, auch wenn es zehn Jahre dauert, kannst du dich immer noch nach einem Verlag umsehen. Von den Möglichkeiten des Selfpublishings und all den Wegen, die der moderne Buchmarkt inzwischen bereithält, wusste ich damals noch so gut wie nichts.
Das änderte sich 2023. In diesem Jahr hörte ich zum ersten Mal davon, dass man sein eigenes Buch drucken und selbst veröffentlichen kann. Genauer gesagt stieß ich auf Print on Demand. Noch am selben Tag, an dem ich davon Wind bekam, bestellte ich mein erstes großes Werk als gedrucktes Buch. Als ich es wenige Tage später in den Händen hielt, hatte ich mich entschieden – ich würde keinen Verlag brauchen. Ich wollte es selbst herausbringen.
Ich würde keinen Verlag brauchen. Ich wollte es selbst herausbringen.
An meinem eigentlichen Grundplan änderte das zunächst nichts. Noch immer wollte ich die Reihe in Ruhe fertig schreiben und mir erst danach Gedanken über eine Veröffentlichung machen. Doch nun war eine Tür geöffnet und ich begann, mich fast täglich mit dem Markt und seinen Möglichkeiten zu beschäftigen. Ernüchternd war kurz darauf allerdings, dass ich in dieser Zeit auch zum ersten Mal ernsthaft mit dem Thema Künstliche Intelligenz in Berührung kam. Überall stieß ich auf reißerische Stimmen, die behaupteten, KI könne ganze Bücher schreiben und werde das Autorendasein schon bald verdrängen.
Das setzte mir mehr zu, mehr als ich es damals vielleicht wahrhaben wollte.
Gerade erst hatte ich für mich beschlossen, dass ich Autor sein wollte. Dass ich mit dem Schreiben nicht nur leben, sondern eines Tages auch meinen Lebensunterhalt verdienen wollte. Und nun stand plötzlich dieser Gedanke im Raum, dass genau dieses Schaffen von einer Maschine ersetzt werden könnte. Also traf ich einen Entschluss. Ich musste veröffentlichen. Am besten gestern. Ich musste einen Fuß in diese Welt bekommen, ehe es zu spät wäre. Ich glaubte damals schlicht, dass ein Mensch vielleicht nicht mehr herausstechen könne, wenn er nicht schon vorher sichtbar geworden war.
Mein Standpunkt zu KI
Falls ihr’s noch nicht wusstet: Ich hasse KI. Meinen ausführlichen Standpunkt dazu habe ich schon vor einiger Zeit niedergeschrieben. Wer nachlesen möchte, warum ich darüber so denke, kann das hier tun: https://www.vienix.de/ki/.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vier von fünf Büchern meiner großen Saga fertig. Es fehlte im Grunde nur noch das Finale. Vielleicht noch ein Jahr Arbeit, dachte ich damals, dann könnte ich mich in Ruhe um die Veröffentlichung kümmern. Aber dieser Plan zerbrach, weil ich stattdessen eine schnelle Veröffentlichung priorisierte. Wobei ›schnell‹ natürlich ein relatives Wort ist. Schließlich hatte ich Qualitätsansprüche, die ich mir von niemandem nehmen lassen wollte. Ein ordentliches Lektorat. Ein sauberes Korrektorat. Ein Designer-Cover. Ein Buch, hinter dem ich stehen kann. Gleichzeitig musste ich mich durch Bürokratie, Organisation und all die Hürden arbeiten, die zu einer Veröffentlichung dazugehören. So fraß sich neben Zeit, Kraft und Nerven auch ein stattliches Loch in meinen Geldbeutel. Dafür hätte ich mir ein Auto kaufen können. Aber nun ja. Dies hier ist meine Leidenschaft. Andere fliegen sechs Wochen in die Sonne und bezahlen für verbrannte Haut. Ich bezahlte eben dafür, dass ich neben meinem Dreizehn-Stunden-Job noch einen zweiten in Vollzeit ausführen darf. So hat jeder eben seine Prioritäten.
Der Kern meiner Bücher war nie das Problem. Mein eigentlicher Fehler lag in der Außenwirkung.
Warum ich nun alles neu ordne
Damit der eingangs geschlagene Bogen nicht zu weit ausschwingt, ziehen wir ihn nun enger.
Worauf ich hinauswill, ist im Grunde sehr einfach: Der Kern meiner Bücher war nie das Problem. Sie waren zur Veröffentlichung lange niedergeschrieben. Inhaltlich und qualitativ war stets klar, wofür meine Saga stehen soll. Mein eigentlicher Fehler lag in der Außenwirkung, getrieben durch meine zu schnelle Veröffentlichung. Im Marketing. In der Erwartungshaltung, die ich geschürt habe. Genau das schlägt sich am Ende auch in der Kritik nieder. »Der Autor hat einen wunderbaren Stil, er vermag mit herrlichen Beschreibungen und Wortgewandtheit zu überzeugen.« Im Grunde schwingt selbst in solchen kritischen Kommentaren stets Anerkennung für Sprache, Atmosphäre und Ton mit, doch liegt ihnen zumeist derselbe Kern zugrunde: Inhaltlich hatten manche Leser etwas anderes erwartet.
Genau da lag mein Versäumnis.
Ich habe zu stark den großen epischen Rahmen betont und zu wenig das, worum es in dieser Saga im Innersten tatsächlich geht. Meine Außendarstellung klang zu sehr nach klassischer High Fantasy, nach dem vertrauten Versprechen einer Welt aus Magie und Abenteuer. Allerdings trifft dies das Herz meiner Geschichte nur unzureichend. Eisarion – und damit auch die künftigen »Cainan-Tagebücher« – ist keine heile Fluchtwelt und keine Reihe, die allein vom großen Spektakel lebt. Im Zentrum steht nicht der makellose Held, sondern Cainan Pengrayven, ein beschädigter, suchender Mann. Ein Außenseiter. Einer mit Erinnerungslücken, mit Narben und mit einer Last, die er selbst kaum begreift. Es geht um Identität, um Schuld, um Stigmatisierung und um Entscheidungen, deren Folgen lange nachhallen. Es geht um moralische Grauzonen, um innere wie äußere Kämpfe und um eine Welt, die selbst ihre Risse trägt. Ja, diese Saga besitzt einen großen, mythischen Rahmen. Ja, sie ist episch angelegt, mit Magie, Göttern, Machtkonflikten und allem, was große Fantasy ausmacht. Und ja, sie steht in der Tradition von Werken wie »Das Lied von Eis und Feuer«, »Das Rad der Zeit« oder »Der Herr der Ringe«. Aber ihr Herz schlägt nicht im bloßen Donner der Ereignisse, sondern in dem, was sie mit ihren Figuren tun.
Ihr Herz schlägt nicht im bloßen Donner der Ereignisse, sondern in dem, was sie mit ihren Figuren tun.
Genau diese Punkte habe ich in meiner bisherigen Kommunikation zu oft nur gestreift, obwohl sie das eigentliche Zentrum meiner Bücher bilden.
Deshalb habe ich nun meine Lehren daraus gezogen und im ersten Schritt meine gesamte Website umgebaut. Sie soll neuen Lesern nun sehr viel klarer zeigen, was sie hier tatsächlich erwartet. Nicht einfach nur ›epische Fantasy‹, sondern eine fortlaufende, charaktergetriebene Saga. Eine Geschichte über verlorene Erinnerung und Identität. Über Außenseitertum, Konsequenzen und die unnachgiebigen Schatten eigener Entscheidungen. Über eine Welt, die nicht als Fluchtort gedacht ist, sondern als Bühne für Figuren mit Brüchen und Nachhall. Kurz gesagt: Ich möchte, dass meine Außendarstellung endlich ehrlich und präzise den Kern meiner Bücher spiegelt.
Der zweite große Kritikpunkt betrifft die Dicke des Buches. Natürlich gibt es Leser, die umfangreiche Romane lieben. Ich selbst gehöre dazu. Für viele andere jedoch ist ein sehr dicker Band inzwischen keine Verheißung mehr, sondern eine Hürde. Er wirkt schwer, abschreckend und nicht zuletzt teuer. Wie viele Hebel ich dafür auch in Bewegung setzen musste, um das Buch überhaupt zu diesem Preis anbieten zu können, bleibt am Ende zweitrangig. Denn letztlich geht es nicht um Dicke oder Umfang, sondern um die Preisschwelle an sich. Es musste also kleiner werden. Zugänglicher. Preiswerter.
Was sich konkret ändert
Hier schließt sich der Bogen. Mein Resümee all dieser Überlegungen:
Was bisher als große Eisarion-Reihe gedacht und aufgebaut war, ordne ich nun neu. Künftig bilden »Die unmöglichen Tagebücher von Cainan Pengrayven« die neue Dachmarke. Unter ihr wird die Geschichte zunächst in handlicheren Einzelbänden als Taschenbücher erscheinen – natürlich neu aufgearbeitet und stilistisch überarbeitet. Jedoch verschwinden die größeren Sammelbände damit nicht. Sie werden weiterhin kommen, nun aber etwas später.
Wichtig ist mir an dieser Stelle vor allem eines: Am inhaltlichen Kern der Geschichte ändert sich nichts. Ich erzähle keine andere Handlung oder biege die Reihe in eine neue Richtung. Was sich verändert, ist die Form, in der ich sie euch zugänglich mache. Ich übernehme die bestehenden Bücher also nicht einfach blind, sondern arbeite sie in Stil, Aufbereitung und Layout sorgfältig nach. Die Geschichte bleibt dieselbe, aber ihre Gestalt wird stimmiger und näher an dem, wie ich sie von Anfang an präsentieren wollte. Wer also große, schwere Bücher liebt, wird weiterhin zu den späteren Sammelbänden greifen können; sie bleiben als literarischere Gesamtfassung erhalten, während die Taschenbücher die Geschichte unmittelbarer und näher an Cainan heranrücken.
Die neue Aufteilung im Überblick
Insgesamt besteht die neue Einzelbandreihe aus neun Büchern. Acht Manuskripte liegen bereits vor. Band 1 und 2 sind vollständig abgeschlossen. Band 3 bis 5 befinden sich derzeit im Lektorat. Der abschließende, letzte Band ist noch nicht geschrieben.
Zyklus 1: Eisarion
| Einzelbände (Cainan-Tagebücher) | Sammelbände (Eisarion) |
|---|---|
| Band 1 – Als ich im Feuer erwachte | |
| Band 2 – Das Lied, das mich rief | Band 1 – Der Sohn des Feuers |
| Band 3 – Im Schatten verloren | Band 2 – Die Erwählte des Schattens |
| Band 4 – Die Wahrheit meiner Legende | Band 3 – Der Erbe des Lichts |
| Band 5 – Im Licht gebunden |
Zyklus 2: Eternis
| Einzelbände (Cainan-Tagebücher) | Sammelbände (Eternis) |
|---|---|
| Band 6 – Dem Untergang verschrieben | |
| Band 7 – Verlassen und verrufen | Band 1 – Die Chroniken von Auroria |
| Band 8 – Als die Welt zerbrach | Band 2 – Das Vermächtnis von Nymthara |
| Band 9 – Am Ende der Ewigkeit |
Zugleich möchte ich aber auch offen kommunizieren, dass sich die gesamte Umsetzung noch in einem vergleichsweise frühen Stadium befindet. Es können sich also bis zur finalen Veröffentlichung noch Dinge verschieben oder verändern. Wirklich verbindlich wird es erst dann, wenn die Bücher auch tatsächlich gedruckt sind.
Wie es weitergeht
Mein derzeitiger Plan sieht vor, die Bände 1 bis 5 in relativ kurzem Abstand zueinander zu veröffentlichen, eben weil sie gemeinsam den ersten Zyklus bilden. Mir ist wichtig, euch hier kein zerrissenes Warten zuzumuten, sondern ein zusammenhängendes Leseerlebnis.
Damit das möglich wird, müssen Band 3 bis 5 zunächst vollständig durchs Lektorat. Nach aktuellem Stand dürfte dieser Schritt ungefähr im August abgeschlossen sein. Danach folgen Buchsatz, Layout und alles, was zur finalen Herstellung dazugehört. Außerdem habe ich mir diesmal vorgenommen, ein Veröffentlichungsdatum wirklich erst dann bekannt zu geben, wenn das gesamte Umfeld ebenfalls steht. Wenn die Bücher gedruckt sind. Wenn sie in meinem Lager liegen. Wenn nicht nur die Geschichte bereit ist, sondern auch alles andere, was zu einer sauberen Veröffentlichung gehört.
Geplant ist zudem, dass die Reihe zum Start – neben meinem eigenen Shop – unter anderem über Amazon und tolino verfügbar sein wird. Nur als kleine Randnotiz.
Nach heutigem Stand peile ich einen Start im Januar 2027 mit Band 1 an.
Damit die Wartezeit bis dahin nicht nur abstrakt bleibt, habe ich als kleinen Bonus hier schon einmal das vorläufige Cover von Band 1 für euch. Das sollte den Weg bis Januar schon ein wenig greifbarer machen 😊

Weitere Einblicke, Klappentexte und alles Weitere zeige ich euch in einem der nächsten Beiträge. Auch das neue Vorwort innerhalb des Buches werde ich euch bald präsentieren. Bleibt also am Ball und abonniert unten meine Autorenpost, damit ihr nichts verpasst.
In diesem Sinne
Gehabt euch wohl, Wanderer von Valagur
Euer Tex Vienix









